Supervision


Medizin kann man nicht nur theoretisch lernen. Zwar ist das Fachwissen eine Voraussetzung für verantwortliches Handeln, jedoch braucht der Anwender zusätzlich auch das handwerkliche Können und die praktische Erfahrung, um im Alltag bestehen zu können.
Viele Schulen, die im Westen die TCM (traditionelle chinesische Medizin) unterrichten, setzen lediglich auf Frontalunterricht und Theoriekurse. Im Hinblick auf Ausbildungsziele wird über Ausbildungsstunden gestritten, wird darüber diskutiert, ob 180 oder 350 Stunden Unterricht erforderlich sind, um die chinesische Medizin zu lernen. Die DECA hält dies für unzureichend.
Supervisionskonzepte sind in anderen Bereichen der Medizin, z.B. im Bereich der Psychotherapie, seit Jahrzehnten unverzichtbar. Daher hat die DECA bereits im Jahre 1989 einen internen Ausbildungsplan festgelegt, in dem eine zwei- bis dreijährige Supervisionsphase eine entscheidende Rolle spielt. Der Lernende, der bereits als Klinik- oder niedergelassener Arzt praktiziert, sucht sich einen erfahrenen Arzt, mit dem er seine Erfahrungen und Probleme reflektiert. Durch dieses persönliche Verhältnis, dem chinesischen Prinzip des Vater-Sohn-Unterrichts nachempfunden, ergibt sich die Möglichkeit, individuelle Fehler zu analysieren und schrittweise die Vorgehensweise des jungen Arztes zu verbessern. Gegenstand der Supervision ist nicht nur das Fachwissen, sondern auch die praktische Umsetzung, die Diagnosetechnik, die Gesprächsführung und alle Therapieentscheidungen. Üblicherweise bespricht der Supervisand mit seinem Lehrer Behandlungsverläufe über längere Zeiträume. Die Intensität des Dialogs wird vom Schüler bestimmt. Die Supervisionsphase ist abgeschlossen, wenn der Lehrer seinem Probanden eine Art Reifezeugnis ausstellt und ihm die erforderliche Selbständigkeit bescheinigt.
Die DECA-Supervisoren, die selber den Reflexionsprozeß durchlaufen haben, sind in unserer Ärzteliste besonders gekennzeichnet.